Ministerin Sophie Karmasin und Stadtrat Kurt Hohensinner: Gemeinsam an der digitalen Schule der Zukunft bauen

Die Digitalisierung hält unweigerlich in allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft Einzug. Der Bildungsbereich ist von dieser Tatsache nicht nur betroffen, sondern muss sich auch der Herausforderung stellen unsere Kinder auf eine veränderte und zunehmend digitalisierte Welt vorzubereiten. Familienministerin Sophie Karmasin und der Grazer Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner wollen daher gemeinsam an der digitalen Schule von morgen arbeiten. Gleichzeitig wurde in Graz der erste Vorzeigestandort einer digitalen Schule an der NMS Algersdorf präsentiert.

„Die Digitalisierung der Gesellschaft ist aus allen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Es wird in Zukunft immer wichtiger werden, digitale Inhalte den Schülerinnen und Schülern im Unterricht näher zu bringen und diese auf eine zunehmend digitalisierte Welt vorzubereiten“, erklären Familienministerin Sophie Karmasin und der Grazer Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner. Durch die zu erwartende digitale Durchdringung unseres Alltagslebens mit neuen Technologien bis zur Wachstumshoffnung digitale Arbeitsplätze muss in den nächsten Jahren auch die digitale Transformation in unserem Schulwesen gelingen. Schülerinnen und Schüler sollen die dynamischen Mechanismen der neuen smarten Welt verstehen lernen und für die Mitgestaltung dieser gerüstet sein. Aus der Sicht von Karmasin und Hohensinner braucht es für das Gelingen einer digitalen Schule drei Säulen: Die entsprechende Infrastruktur, ein entsprechendes Unterrichtsfach, sowie digitale Lehrmittel für moderne Pädagogik.

Graz zur modernsten Bildungsstadt Österreichs machen

„Graz ist eine zukunftsfitte Stadt und muss dies auch in Zukunft bleiben“, ist Hohensinner überzeugt, „die digitale Bildung wird zu einer der entscheidenden Schlüsselkompetenzen für die Zukunft werden.“ In der vergangenen Gemeinderatsperiode wurden rund 43 Mio. Euro in den Ausbau der Pflichtschulen investiert. Weitere 25 Mio. Euro sollen in der kommenden Periode folgen. Darüber hinaus will Hohensinner noch zusätzliche Mittel aufbringen um möglichst viele Schulstandorte mit moderner digitaler Technik auszustatten. „Wir brauchen moderne Bildungsinfrastruktur, damit wir unseren Kindern auch digitale Kompetenzen beibringen können. Ich will einen Modernisierungsschub für die Schulinfrastruktur und damit Graz zur modernsten Bildungsstadt Österreichs machen“, so der Stadtrat.

Vorzeigestandort Algersdorf

Die Grazer Schulen sollen nach einem einheitlichen Standard Schritt für Schritt mit moderner Infrastruktur im Digitalbereich ausgestattet werden. Seit einem Jahr wurde daher an einer IT-Strategie für den Bildungsstandort Graz gearbeitet. Ein erstes Pilotprojekt dieser Strategie wurde nun an der Neuen Mittelschule Algersdorf realisiert. Um rund 100.000 Euro wurde die Schule mit moderner Technologie ausgestattet. Das Digital-Paket umfasst etwa einen Beamer sowie ein Lehrer-Notebook in jedemKlassenzimmer sowie flächendeckendes W-Lan über 14 Sendepunkte. Mit der neuen Ausstattung bieten sich völlig neue Möglichkeiten, wie Lehrer ihre Schüler in den Unterricht einbinden können. Es wurde die gesamte Netzwerkverkabelung inkl. Netzwerkschränke und Netzwerkswitches adaptiert. Der Computerraum wurde neben den IT Arbeitsplätzen auch mit einem modernen Smartboard, das die herkömmliche Tafel ersetzt, ausgestattet. Durch diese Maßnahmen ist ein zeitgerechter Unterricht möglich. Völlig unkompliziert lassen sich zum Beispiel die Schülerrechner mit dem Smartboard verbinden. So können Hausaufgaben auf moderne, interaktive Art präsentiert werden. Gleichzeitig unterstützt das Schulnetzwerk zeitgemäße Unterrichtsformen durch die Einbindung digitaler Inhalte in den Unterricht und das Integrieren von zielgerichteter Software in die Lehrinhalte. Zudem sorgt das Schulnetzwerk dafür, dass der Lehrer Zugriff auf jeden Schülerrechner und so immer den Überblick im digitalen Klassenzimmer hat.

Digitale Kompetenz als Kulturtechnik der Zukunft

„Neben der Infrastruktur wird es entscheidend sein, unsere Kinder mit moderner Pädagogik auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Die digitale Kompetenz wird zu einer Kulturtechnik werden, wie es Lesen, Schreiben und Rechnen heute schon sind“, ist Hohensinner überzeugt. Neben den bereits bestehenden Anwendungen von digitalem Lernen soll das Erlernen von digitalen Skills fester Bestandteil des Schulalltags werden. Dies bedeutet, dass ein eigenes Unterrichtsfach „Programmieren und Digitalisierung“ geschaffen werden soll, das fest in den Unterrichtsplan integriert wird. Generell muss die digitale Kompetenz aber als Unterrichtsprinzip in allen Schulfächern verankert werden. „Unser Ziel muss es sein, Kindern in allen Bereichen digitale Kompetenz zu vermitteln, damit wir sie bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten“, betont Karmasin.

Digitale Schulbücher

Ein Schritt in diese Richtung ist die Nutzung von E-Books im Unterricht. Im Schuljahr 2016/17 wurde bereits mehr als jedes zweite Schulbuch in der Sekundarstufe II als Kombiprodukt Buch plus E-Book bestellt. Die Ausweitung dieses Angebots, das für Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern freiwillig und kostenlos ist, auf die Sekundarstufe I ist für das Schuljahr 2017/18 geplant. „Wir müssen die Klassenzimmer aus der Kreidezeit in das digitale Zeitalter holen. Darum muss in der Schule der richtige Umgang mit digitalen Medien nicht nur thematisiert werden, sondern müssen diese auch praktisch im Unterricht Anwendung finden“, so Familien- und Jugendministerin Karmasin, die über den Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) für die Finanzierung der Schulbücher zuständig ist. Um auch den Pädagoginnen und Pädagogen optimal auf die Vermittlung von digitalen Kompetenzen und die Anwendung digitaler Lehrmittel im Unterricht vorzubereiten, startet im Jahr 2017 ein „Future Learning Lab“ in Österreich. In diesem Innovationslabor für neue Lernszenarien sollen Anwendungsszenarien von denjenigen entwickelt werden, die sie später auch anwenden. „Digitale Medien sind längst ein unersetzlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. Um unsere Kinder optimal vorzubereiten, müssen wir in der Schule ansetzen und ihnen die Kompetenzen die sie brauchen, um den Herausforderungen unserer digitalisierten Welt zu begegnen, bereits dort vermitteln“, betonen Hohensinner und Karmasin.