Move on to Inclusion: Gemeinsam stark im Sport

Die Special Olympics World Winter Games sind ein Jahrhundertereignis für das Land Steiermark und die Stadt Graz. Es ist ein weltweit sichtbares Zeichen für die Leistungsfähigkeit von Menschen, für ihre Liebenswürdigkeit und für die Nächstenliebe. Special Olympics trägt ein ganz besonderer Spirit. Es ist eine Bewegung, die rund um den Globus so viele Menschen begeistert, und vor allem ein wichtiger Leuchtturm für Behindertensport und Inklusion. „Sport ist ein wichtiger Faktor, um an der Gesellschaft teilzunehmen. Sport ist Bestätigung für jeden Einzelnen von uns und fördert natürlich die Gesundheit. Sport gibt uns ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und ist so ein wichtiger Motor der Integration und Inklusion“, weiß Sportstadtrat Kurt Hohensinner, „mit ‚Move on to Inclusion“ wollen wir dem großartigen Gedanken von Special Olympics Nachhaltigkeit verleihen und Inklusion in unserer heimischen Sportlandschaft noch stärker verankern.“

In alle Bereiche der Gesellschaft integrieren

Das Projekt „Move on to Inclusion“ wird gemeinsam von Land, Stadt, Lebenshilfen und Special Olympics gestartet. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, alle Steirerinnen und Steirer – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Hintergrund, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung oder Herkunft – zu mehr Sport zu animieren. Sportliche Betätigung trägt schließlich zur Gesundheit und zum persönlichen Wohlbefinden bei und hilft uns, den Alltagsstress besser bewältigen zu können. Eines meiner wichtigsten Anliegen dabei ist, Menschen mit Beeinträchtigung in alle Bereiche der Gesellschaft zu integrieren und ihnen damit ein Mehr an Lebensqualität zu ermöglichen“, erklärt Sportlandesrat Anton Lang.

Sportvereine und Menschen mit Behinderung inklusionsfit machen

Für Menschen mit Behinderungen – und hier vor allem mit intellektuellen Behinderungen – gehört es nicht zum Alltag, an den üblichen Sport- und Bewegungsangeboten in ihrer Umgebung teilzunehmen. Wenn Kinder mit Behinderung an Bewegungsangeboten teilnehmen, dann handelt es sich dabei oft um therapeutische Settings, bei denen die Bewegung hauptsächlich der Kompensation von Defiziten dient. Dies hat zur Folge, dass Kinder mit Behinderungen ihre Freizeit sehr häufig nicht wie andere Kinder mit Gleichaltrigen verbringen können. Auch eine wohnortnahe Einbindung in Sportvereine und daraus resultierende Freundschaften erfolgt oft nicht. Genau an diesem Punkt will „Move on to Inclusion“ ansetzen. „Unser Ziel ist es sowohl die ansässigen Sportvereine, als auch die Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Rahmen dieses Projekts inklusionsfit zu machen. Wir wollen der Türöffner für die inklusive Ausrichtung von wohnortnahen Sportangeboten sein. Jene Menschen mit Beeinträchtigung, die sich durch Special Olympics für Sportarten begeistern, sollen dadurch nach den Spielen in heimische Sportvereine integriert werden. Auch bei den Kinder- und Jugendkursen des Grazer Sportamts haben wir bereits erste Schritte in diese Richtung gesetzt“, sagt Hohensinner.

Nachhaltiges Leben des Special Olympics-Gedanken

„Durch die Special Olympics World Winter Games bei uns in der Steiermark wird das Thema der Inklusion in der Öffentlichkeit nun noch sichtbarer gemacht. Es geht dabei um drei zentrale Punkte: Die Erschließung der sportlichen Möglichkeiten für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung, um unabhängig von individuellen Fähigkeiten und Talenten ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln zu können. Den Ehrgeiz, durch den Sport eine Verbesserung des Selbstwertgefühls, den Abbau von Barrieren und eine Erhöhung der Selbstständigkeit zu erzielen. Und die Einzigartigkeit, mit welcher die AthletInnen gerade aufgrund ihrer speziellen Fertigkeiten den olympischen Gedanken zu ihrem eigenen machen. Es ist daher aus meiner Sicht äußerst wichtig, auch im Sinne der Nachhaltigkeit, dieses Thema weiter voranzutreiben. Denn neben dem gesundheitspolitischen Aspekt der Sportangebote in den örtlichen Vereinen hat der Sport auch einen großen Einfluss auf das soziale Miteinander in einer Gesellschaft. Umso mehr freut es mich daher, dass Projekte wie `Move on to Inclusion´ darauf abzielen, bessere Zugänge für Menschen mit Handicap und hier speziell für Kinder und Jugendliche zu lokalen Sportvereinen zu schaffen und ihnen damit auch eine Teilnahme an breitensportlichen Aktivitäten in ihrer Umgebung zu ermöglichen. Derartige Aktivitäten unterstütze ich aus ganzem Herzen“, so  Sportlandesrat Lang. Gemeinsam mit allen anderen Projektpartnern ist man sich sicher: „Wir müssen dieses Jahrhundertereignis nachhaltig nutzen. Herzschlag für die Welt ist das Thema. Diese Nachhaltigkeit wird uns dann gelingen, wenn wir diesen Herzschlag im Sinne der Inklusion auch nach den Bewerben weiterschlagen lassen.“

Fotos: Stadt Graz/Fischer

04 v.l.: Gerhard Peinhaupt (Leiter Sportamt Graz), Markus Pichler (Special Olympics), Kurt Hohensinner (Sportstadtrat), Anna Doppelhofer (Projektmitarbeiterin Move on to Inclusion), Anton Lang (Sportlandesrat), Gerhard Schwab (Sportler), Gerlinde Hierzer-Bacher (Leiterin von TUMAWAS der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH)

2017-03-09 PK Move on to Inclusion