Eine saubere Sache

Bürgermeister Siegfried Nagl und sein Stellvertreter Mario Eustacchio präsentierten im Rathaus ihre Vorstellungen zur Realisierung eines der Themen aus dem  Regierungsübereinkommen 2017 – 2022, der „Agenda 22″, das ihnen besonders wichtig ist: „Sauberes und gepflegtes Stadtbild“.

„Wir haben versprochen, gleich ans Werk zu gehen, das Tempo deutlich zu erhöhen und die Themen der Agenda22 abzuarbeiten. Ein sauberes und gepflegtes Graz ist uns dabei sehr wichtig. Da geht es um Aufstockung von Personal und technischen Gerätschaften, aber auch um Änderungen von ortspolizeilichen Verordnungen. Mit im Boot sind nicht nur die Holding mit der Müllbeseitigung und der Straßenreinigung, sondern auch die stadteigene GBG, der Ankünder, die Ordnungswache und das Grazer Parkraumservice“, so Nagl, der dazu gleich Zahlen von Müllbeseitigung und Stadtreinigung liefert, die sich gewaschen haben:

Saubere Statistik

  • 1.000 Kilometer langes Straßennetz mit einer zu reinigenden Fläche von 5,5 Millionen m2
  • 221 Brücken und Kunstbauten
  • 2,5 Millionen m2 Grünfläche, die zu reinigen und pflegen ist
  • 75 Spielplätze
  • Entleerung und Wartung von 3.579 Papierkörben
  • 4 Millionen „Gackerl-Sackerl“ pro Jahr
  • Sammeln und Entsorgen von 941.000 Kilo Kehricht
  • Aufbringen, Einsammeln und Entsorgen von 551.000 Kilo Streusplitt
  • Kosten für Abfallsammlung und -verwertung pro Jahr: 22,5 Mio. Euro
  • Kosten für die Straßenreinigung, Winterdienst und Parkreinigung pro Jahr: 14,3 Mio Euro

Mehr Bewusstseinsbildung, höhere Strafen

Um die Sauberkeit im Grazer Stadtgebiet zu erhöhen, wird deshalb auch in Bewusstseinsbildung mittels Kampagnisierung bzw. in die Ausweitung von bereits bestehenden Schulprogrammen investiert. „Die Kinder bringen dann meist den Erwachsenen sehr genau bei, was sie zu tun und zu lassen haben, sie sind da wichtige Verbündete“, so Nagl.

Aber auch der vermehrte Einsatz von Fahrzeugen, flexiblere Anstrengungen, insbesonders an Wochenenden sowie das Reagieren auf Veranstaltungen in der Stadt gehören dazu. Die Installierung eines Sauberkeitsombudsmannes, sowie Anpassungen in der Überwachung und Verordnungen sind weitere Schritte zu mehr Sauberkeit.

Vermehrt sollen zudem Big Bellys (Mistkübel mit mehr Fassungsvolumen, die digital melden, wenn sie voll sind) zum Einsatz kommen. Die Installierung von zwei Teams einer „schnellen Eingreiftruppe“und die Einrichtung einer Hotline stehen ebenso auf dem Plan.

„Ebenso wie die noch stärkere Nutzung der mittlerweile sogar prämierten App der Holding „sAPPerlot“, mit der alle Grazer per Knopfdruck via Smartphone auf Missstände hinweisen können, die dann rasch beseitigt werden. Künftig werden wir dahingehend auch die Mitarbeiter, wie etwa Lenker im öffentlichen Verkehr, aber auch der Ordnungswache und der Parkraumüberwachung zusätzlich schulen. Sie sind in ganz Graz unterwegs und sehen sehr viel“, führt Mario Eustacchio aus.

Ein weiterer Punkt sei auch die Erhöhung von Strafen: „Es geht schon auch um das Bewusstmachen, dass man seine Tschick nicht einfach wegwirft oder den Kaugummi auf den Gehsteig ausspuckt. Von Jänner 2016 bis April 2017 hat die Ordnungswache diesbezüglich 783 Ermahnungen und lediglich eine Strafe ausgesprochen. Künftig kostet das achtlose Wegwerfen von Müll auf Straßen, Gehsteigen oder Parks statt 10 dann 35 Euro. Und die 54 Ordnungswächter werden dann auch nicht mehr ermahnen, sondern abstrafen“, so Eustacchio. Wann und wie die Verordnung in Kraft tritt, wird derzeit noch geprüft, auf dem Plan steht aber der Juni des heurigen Jahres.

Die Finanzierung der Offensive wird derzeit noch durchgerechnet, damit sie im neuen Budget bereits verankert wird.

Fotocredit: Stadt Graz/Fischer