Rund 100 Flüchtlinge machen Graz sauber

Positives Fazit für ein Vorzeigeprojekt des Haus Graz: Vergangenen Sommer (Juli 2016) startete die Holding im Auftrag der Stadt Graz mit einem Beschäftigungsprojekt für Asylwerber. Diese dürfen ja, solange deren Asylverfahren nicht abgeschlossen ist, in Österreich keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Gemeinnützige Arbeit ist in den Gemeinden jedoch eingeschränkt möglich (Remunerantentätigkeit). Aus diesem Grund hat man gemeinsam mit Jugend am Werk ein solches Projekt ins Leben gerufen. Es bietet Flüchtlingen Arbeitsplätze und leistet gleichzeitig einen Beitrag für das Gemeinwohl. „Dieses Projekt bietet einen Mehrwert für alle Beteiligten. Asylwerber haben die Möglichkeit einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und erste Schritte in der österreichischen Arbeitswelt zu gehen, während gleichzeitig die Stadt Graz durch eine bessere Sauberkeit und Reinigung profitiert“, erklärt Sozial- und Integrationsstadtrat Kurt Hohensinner.

Arbeit mit Sinn

„Ich bin froh, eine sinnvolle Beschäftigung zu haben“, sagt Mohammad Jafari (16). „Die Arbeit macht mir Spaß!“ Im Auftrag der Holding Graz leisten die Flüchtlinge gemeinnützige Arbeit – in den frühen Morgenstunden säubern sie die Stadt Graz von herumliegendem Müll. Mohammad ist einer von 15 Flüchtlingen, die pro Woche eingesetzt werden können. Sie sind von Montag bis Samstag für die Stadt Graz im Einsatz. Insgesamt beteiligen sich rund 100 Flüchtlinge an diesem Projekt. Pünktlich um 6 Uhr Früh beginnen sie ihre Arbeit: Gehsteige, Wege und öffentliche Plätze von herumliegendem Müll säubern. Mithilfe eines Greifarms sammelt etwa Mohammad die Überreste des Vortages auf, bevor die Stadt gänzlich aus ihrem Schlaf erwacht. „Das ist ein sehr wichtiger Dienst“, weiß Gert Heigl, Vorstand der Holding Graz, „wir alle möchten in einer sauberen Stadt wohnen.“ Mohammad bekommt für diese gemeinnützige Arbeit € 5 pro Stunde. Im Monat darf er insgesamt maximal € 110 verdienen. „Ich würde gerne öfter arbeiten, wenn ich dürfte“, sagt er. Zur Arbeit fährt Mohammad mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Fahrtkosten dafür bezahlt er selbst – sie werden von seinem monatlichen Verdienst abgezogen. Pünktlichkeit ist ihm sehr wichtig, erklärt er: „In Österreich muss man pünktlich sein, um eine Arbeit zu haben. Das war anfangs neu für mich, aber jetzt halte ich mich daran.“

Starker Partner: Jugend am Werk

Der steirische Sozialdienstleister Jugend am Werk betreut rund 100 minderjährige und knapp 500 Erwachsene Flüchtlinge in der Steiermark. Jugend am Werk bringt Flüchtlinge in kleinen Wohneinheiten statt in Großquartieren unter und einige verrichten nun auch Tätigkeiten für die Stadt Graz. „In den Gemeinden kann Integration so besser gelingen und Vorurteile werden rascher abgebaut“, erklärt Walter Ferk, Geschäftsführer von Jugend am Werk, „unser Modell ist österreichweit einzigartig und unsere Erfahrungen zeigen, es bewährt sich.“

Fotocredit: Stadt Graz/Fischer