Winternotschlafstelle und Kältetelefon

Angesichts der sinkenden Temperaturen eröffnet die Caritas der Diözese Graz-Seckau eine Winternotschlafstelle. Im Innenhof der Notschlafstelle Arche 38 nahe dem Hauptbahnhof können Bedürftige ab Dienstag, 28. November, in Containern übernachten, kündigte die Hilfsorganisation am Montag bei einer Pressekonferenz an. Platz haben in der Notschlafstelle bis zu 36 Menschen. „Gemeinsam mit Notbetten in den ständigen Notschlafstellen kommen wir auf die Kapazität, die nach der Erfahrung der vergangenen Jahre nötig ist“, erklärte Michael Lintner von der Caritas.

„Es ist eine enorme soziale Anstrengung, eine Situation zu schaffen, damit alle, die das wollen, zumindest im Winter ein Dach über dem Kopf haben“, hielt Caritas-Direktor Herbert Beiglböck fest. Da die bisherige Winternotschlafstelle in der Keplerstraße für diesen Winter wegen nötiger Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht, habe man nach anderen Lösungen gesucht. Mit Unterstützung der Stadt Graz und dem Land Steiermark sei das nun gelungen. Die Winternotschlafstelle ist von 18 Uhr abends bis 8 Uhr morgens geöffnet. Tagsüber können sich die Menschen im Marienstüberl aufhalten und erhalten dort auch warmes Essen.

Niemand muss frieren

„In Graz muss niemand frieren oder in der kalten Jahreszeit auf der Straße schlafen. Wir haben in der steirischen Landeshauptstadt gemeinsam mit unseren Partnern ein sehr engmaschiges, soziales Netz geknüpft. Vor allem im Bereich der Notschlafstellen verfügen wir über ein breites Angebot, das wir gemeinsam mit Vinzi und der Caritas bereitstellen können. Zusätzlich zu den ganzjährigen Angeboten, wird es auch heuer wieder eine eigene Winternotschlafstelle geben. Diese wird in diesem Jahr als Container-Dorf-Erweiterung der Arche 38 geführt. Ich freue mich, dass wir dieses wichtige Angebot mit gemeinsamer Anstrengung von Land, Stadt und Caritas auch in diesem Jahr wieder auf die Beine stellen konnten. Für das kommende Jahr haben wir bereits eine neue dauerhafte Lösung gefunden, die bereits vorbereitet und geprüft wird“, betonte Sozialstadtrat Kurt Hohensinner. Soziallandesrätin Doris Kampus ergänzte: „Armut hat ein Gesicht, und Armut kann jeden treffen. Die Winternotschlafstelle ist ein gemeinsamer Anlass, dass wir Menschen helfen können.“

Caritas-Direktor Beiglböck kündigte außerdem einen steiermarkweiten Ausbau der Notschlafstellen an. „Wir wollen diese Angebote nicht in Graz bündeln, sondern über das Land verteilt Möglichkeiten schaffen.“ So soll noch in diesem Winter eine dauerhafte Notschlafstelle in Leoben eröffnet werden.

Kältetelefon: 0676/88015111

Nach Wiener Vorbild und auf Initiative von Sozialstadtrat Kurt Hohensinner wird heuer auch erstmals ein Kältetelefon eingerichtet, das ab 4. Dezember zur Verfügung steht. Es soll aufmerksame Menschen ermuntern, tätig zu werden. „Wer einen obdachlosen Menschen auf der Straße wahrnimmt, kann über diese Hotline die Caritas informieren, damit in akuten Notlagen schnell und unkompliziert geholfen wird. Caritas-Mitarbeiter und Freiwillige nehmen dann Kontakt mit diesem Menschen auf. Graz hat eine ungemein starke und engagierte Zivilgesellschaft. Ein Anruf genügt, um wichtige Mithilfe im Kampf gegen Obdachlosigkeit zu leisten. Wir alle dürfen unsere Augen vor diesem Problem nicht verschließen“, so Hohensinner abschließend. Erreichbar ist das Telefon unter der Nummer 0676/88015 111 zwischen 19 und 24 Uhr. Für das Projekt werden noch Freiwillige gesucht. (Infos: www.caritas-steiermark.at/kaeltetelefon).

Fotocredit: Stadt Graz/Fischer