Die Grazer Volkspartei trauert um Helmut Strobl

Mit DI Helmut Strobl ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der Grazer Kultur und Politik der letzten Jahrzehnte von uns gegangen.

Geboren 1943 hat er seit 1945 in unserer Stadt gelebt. Bereits während seines Architekturstudiums an der TU in Graz wurden seine drei großen Leidenschaften sichtbar: Stadtentwicklung, Kultur und Politik. Als Vorsitzender der „AKTION – unabhängige österreichische Studentenvereinigung“ prägte er schon in den späten Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Hochschulpolitik in Graz und darüber hinaus. Bis heute ist er vielen als der Inbegriff des „Bürgerlichen 68er“ aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben.

Sein Engagement in der Volkspartei begann in den frühen Siebzigerjahren als Mitarbeiter bei kommunalpolitischen Seminaren und als Experte bei der Erstellung eines Stadterneuerungskonzepts.

1980 wurde Helmut Strobl in den Grazer Gemeinderat gewählt und hat sich vor allem Fragen der Sozial- und Kulturpolitik gewidmet. Wie sehr sein soziales Engagement auch in seiner persönlichen Lebensführung sichtbar wurde, zeigt seine ehrenamtliche Mitarbeit beim Roten Kreuz als Einsatzfahrer und Sanitäter seit 1979.

Zwischen 1985 und 2001 hat Helmut Strobl als Kulturstadtrat, während einer Gemeinderatsperiode auch als Ressortverantwortlicher für Wohnen, Stadtplanung und Baurecht den Grazerinnen und Grazern mit großer Innovationskraft und Bürgernähe gedient.

Die Grazer Volkspartei dankt ihm insbesondere auch für sein Wirken als Stadtparteiobmann zwischen 1997 und 2000. Er hat wesentliche Weichen für seinen Nachfolger und späteren Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl gestellt.

So hat Helmut Strobl beispielhaft wohl als erster darauf hingewiesen, dass eine „zukunftsweisende Stadtentwicklung Dynamik UND Lebensqualität“ verbinden muss. Er verstand sich auch als Brückenbauer zwischen einer bewahrenswerten Tradition und einer gestaltungsoffenen Zukunft: „Offenheit ist gefragt, der Mut, auf Neues zuzugehen, ohne die Brücken des Bewährten hinter sich abzubrechen.“

Der Höhepunkt seines kulturpolitischen Wirkens war sicherlich Graz als „Europäische Kulturhauptstadt 2003“, wobei es ihm immer wichtig war, nicht nur die „Kultur“, sondern ausdrücklich auch die „europäische“ Identität von Graz hervorzuheben.

Sein Engagement für eine liberale Kulturpolitik fand ihren gesellschaftspolitischen Widerhall in Strobls kompromisslosem Eintreten für die Menschenrechte. „Solidarität ohne Bevormundung“ hat er einmal sein politisches Credo formuliert!

Helmut Strobl wird uns fehlen, der Grazer Volkspartei, der Kulturszene, den Grazerinnen und Grazern, aber darüber hinaus wohl allen, die ihn kennen lernen durften.

Unsere Anteilnahme gilt in diesen Stunden vor allem seiner Gattin und seiner Familie.

Die Grazer Volkspartei verneigt sich dankbar vor einem großartigen Menschen!

 

 

 

(Foto: Heimo Ruschitz)