Eine neue Meinungsforschung zeigt eine deutliche Unzufriedenheit mit der Entwicklung der Stadt. Viele Grazerinnen und Grazer sehen Nachholbedarf bei Verkehr, Innenstadt und Wirtschaft. Graz steht vor einer Richtungsentscheidung – und die fällt bei der Gemeinderatswahl am 28. Juni.
Eine aktuelle repräsentative Befragung von M&R Meinungsforschung mit 500 Befragten zeichnet ein klares Stimmungsbild für Graz. Auf die Frage, ob die Stadt heute besser oder schlechter dasteht als vor fünf Jahren, sagen lediglich 31 Prozent, Graz habe sich verbessert. 65 Prozent hingegen sind der Meinung, dass die Stadt stagniert oder sich sogar schlechter entwickelt hat.
Für VP-Obmann und Stadtrat Kurt Hohensinner ist dieses Ergebnis ein deutliches Signal. „Gute Politik muss Probleme lösen und den Menschen das Leben leichter machen. In Graz erleben viele derzeit leider das Gegenteil. Wenn zwei Drittel sagen, dass die Stadt stagniert oder schlechter dasteht als vor fünf Jahren, dann ist das ein klares Warnsignal“, so Hohensinner.
Verkehr, Innenstadt und Wirtschaft im Fokus
Besonders deutlich wird die Unzufriedenheit bei der Frage nach konkreten Problemfeldern. In einer offenen Fragestellung nannten die Befragten am häufigsten Themen rund um Verkehr und Verkehrskonzept, die Belebung der Innenstadt, Parkplätze, zu viele gleichzeitige Baustellen sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.
Für VP-Clubobfrau Anna Hopper zeigt das Ergebnis, dass die aktuelle Stadtpolitik an den tatsächlichen Herausforderungen vorbeiarbeitet. „Die Menschen spüren ganz konkret, wo es derzeit nicht rund läuft: beim Verkehr, bei der Erreichbarkeit der Innenstadt oder bei den Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Statt Lösungen zu liefern, werden funktionierende Strukturen eingeschränkt oder Probleme einfach ausgesessen“, kritisiert Hopper.
Gerade diese Themen seien jedoch entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts und für die Lebensqualität in der Stadt.
Große Mehrheit fordert neue Ideen
Noch klarer fällt das Stimmungsbild bei der Frage nach der Zukunft aus. 71 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Graz neue Pläne und Ideen braucht. Lediglich 24 Prozent sprechen sich dafür aus, vor allem das bisher Erreichte abzusichern.
Für Hohensinner ist das ein eindeutiger Auftrag aus der Bevölkerung. „Wenn drei Viertel der Menschen sagen, dass Graz neue Ideen braucht, dann zeigt das: Die Sehnsucht nach einer positiven Entwicklung ist groß. Graz hat enormes Potenzial, aber dieses Potenzial muss auch genutzt werden.“
Entscheidend sei dabei eine Politik, die Probleme tatsächlich löst und die Stadt wieder nach vorne bringt. „Für mich ist klar, was Graz jetzt braucht: Vernunft statt Ideologie, Entscheidungen statt Aufschieben und echte Bürgerbeteiligung statt Showpolitik“, betont Hohensinner.
Gemeinderatswahl wird Richtungsentscheidung
Vor diesem Hintergrund gewinnt die kommende Gemeinderatswahl besondere Bedeutung. Der Wahltermin wurde nun von Bürgermeisterin Elke Kahr auf den 28. Juni 2026 festgelegt. Nach dem langen Rätselraten um ihre Wiederkandidatur hat sich Kahr auch bei dieser Frage Zeit gelassen und wollte Vorwahl-Spannung generieren. Die Kahr-KPÖ bleibt aber schuldig wofür sie eigentlich gewählt wurde: Lösungen für Graz. Schlussendlich hat sie sich aus taktischen Gründen für diesen Sommertermin entschieden“, analysiert Hopper.
Für viele ist klar, dass es nun um mehr geht als nur um das Ende einer Wahlperiode. „Wenn man sich in der Stadt umschaut und mit den Menschen spricht, wird klar: Graz braucht einen Kurswechsel“, sagt Hohensinner. Die aktuelle Stadtkoalition habe kaum Probleme gelöst, aber neue geschaffen. „Auch deshalb sagen immer mehr Menschen: Die Stadt fällt zurück, Graz braucht neue Ideen. Diesen Menschen werden wir eine Stimme geben und uns für ihre Anliegen einsetzen.“ Hohensinner sieht deshalb eine Richtungsentscheidung auf die Stadt zukommen. „Die Grazerinnen und Grazer werden am 28. Juni entscheiden, welchen Weg unsere Stadt künftig einschlägt. Geht es weiter mit Stillstand und ideologischen Experimenten, oder gelingt ein neuer Aufbruch mit klaren Lösungen für Verkehr, Wirtschaft, Familien und Lebensqualität?“