Hohensinner zu Koralmbahn: Bürgermeisterin Kahr hat Anschluss-Zug verpasst

Wenn die Koralmbahn 2025 in Betrieb geht, wird man mit dem Zug von Graz nach Klagenfurt statt 2 Stunden und 40 Minuten nur noch 45 Minuten brauchen. Durch die neue Hochleistungsstrecke entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum, in dem 1,8 Millionen Menschen leben – die so genannte „Area Süd“. „Dadurch ergeben sich riesige Chancen, aber auch Herausforderungen. Seit fast zwei Jahren fordern wir von Bürgermeisterin Kahr und ihrer Koalition ein, sich endlich mit diesem Thema zu beschäftigen“, sagt VP-Obmann Stadtrat Kurt Hohensinner.

Experten-Kritik: Fehlende Anbindung von Knotenpunkten, keine aktive Wirtschaftspolitik

Ein Jahr vor Eröffnung der Koralmbahn inszeniert die Kahr-Schwentner Koalition nun endlich einen Runden Tisch zum Thema – als allgemeinen Austausch und ohne eine aktive Rolle in den Vorbereitungen zu übernehmen. „Die heutige Sitzung hat einmal mehr bewiesen, dass Elke Kahr den Anschluss-Zug in Richtung Koralmbahn völlig verpasst hat“, so Hohensinner. Ideen wie man diesen Meilenstein der Infrastruktur nutzen kann, gibt es nicht. Einig ist man sich nur in der Ablehnung der Ideen der ÖVP. Weder wird an einer Anbindung der Nahverkehrsknoten an die Straßenbahn (Linie 18 für Don Bosco, Verlängerung Linie 5 nach Webling) gearbeitet, noch werden politische Gespräche mit Umlandgemeinden, der Weststeiermark oder gar Klagenfurt über Kooperationen geführt. Auch die heute zur Sitzung geladenen Experten haben diese Versäumnisse der Grazer Stadtkoalition in ihren Ausführungen aufgezeigt. Die Einsetzung eines Koralmbahn-Koordinators auf Verwaltungsebene ist zu wenig. „Das Thema ist zu wichtig, als dass man es nur an die Verwaltungsebene delegieren kann. Dass die Bürgermeisterin dieses Thema nicht ernst nimmt, kann ich nicht verstehen. Nach Drängen der ÖVP nur das Notwendigste zu machen, ist für diese Jahrhundertchance zu wenig“, ist der VP-Stadtrat enttäuscht.

Rolle der SPÖ unglaubwürdig

Entlarvend ist laut Hohensinner auch die Rolle der Grazer SPÖ. Im Juli 2023 hat die Volkspartei die Stadtspitze aufgefordert endlich zur Koralmbahn aktiv zu werden. Damals wurde diese Initiative im Gemeinderat mit den Stimmen der Koalition abgeschmettert.[1] „Eineinhalb Jahre später so zu tun, als wäre einem das Thema ein Anliegen ist Trittbrettfahrerei und schlichtweg unglaubwürdig“, sagt Hohensinner. Die Volkspartei hingegen hat bereits vor Monaten begonnen selbst aktiv zu werden. Nachdem Kahr und die Koalition einfach nicht vom Fleck kommen, hat Hohensinner bereits den Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) getroffen, um über Synergien und Kooperationen zu sprechen. „Auch er sieht in der Koralmbahn eine Jahrhundertchance, die wir nicht ungenutzt lassen dürfen. Es braucht endlich mehr Tempo!“, so Hohensinner. Ein Folgetermin wurde bereits ins Auge gefasst. Auch Wirtschaftsstadtrat Günter Riegler intensiviert bereits seit Monaten den Austausch mit dem Klagenfurter Wirtschaftsstadtrat Max Habenicht (ÖVP).

Flughafenhaltestelle von Koalition offenbar unerwünscht

Die Frage, wie Kahr und Schwentner zu einer Haltestelle am Flughafen stehen bzw. welche Bemühungen sie dazu gesetzt haben, bleibt in der Sitzung leider unbeantwortet.

Foto: Büro StR Hohensinner

Bgm. Christian Scheider mit Stadtrat Kurt Hohensinner

[1] https://www.graz.at/cms/dokumente/10411958_7768145/0c93cb25/230706_dringliche.pdf