Hohensinner kritisiert Integrationspolitik der Stadt

Schulen sind überfordert, soziale Systeme überlastet. Bürgermeisterin Kahr und Integrationsstadtrat Krotzer müssen handeln. Aber anstatt gegenzusteuern, hört man von den beiden nichts dazu.

„Wenn wir in Graz sehen, dass Kinder in Volksschulen während des Ramadan fasten, dann aber den Unterricht oft nicht verfolgen können, wenn wir in Graz erleben, dass Kinder durch das Fasten in der schule einschlafen, wenn wir hören, dass Kinder in Graz durch das Fasten zu schwach sind am Turnunterricht teilzunehmen, dann sind wir gefordert. Hier heißt es hinschauen, eingreifen, handeln“, sagt VP-Obmann Stadtrat Kurt Hohensinner.

In Österreich gibt es eine klare Empfehlung der islamischen Religionsgemeinschaft, dass Kinder unter 14 Jahren vom Fasten ausgenommen sind. Hohensinner betonte, dass der schulärztliche Dienst der Stadt Graz allen Schulen zur Verfügung stehe und beauftragt sei, diese Entwicklung genau zu beobachten. Was aus seiner Sicht fehle, sei eine zentrale Anlaufstelle in der Bildungsdirektion, die die Schulen pädagogisch und mit Elterngesprächen unterstützen könne.

Integrationsfähigkeit an der Kippe

Gefordert wären vor allem auch Bürgermeisterin Elke Kahr als für Religionen zuständige und Integrationsstadtrat Robert Krotzer. „Wie so oft, hört man aber von Kahr und Krotzer gar nichts dazu“, kritisiert der VP-Obmann und fordert Maßnahmen um die Integrationsfähigkeit der Stadt zu erhalten: „Wir müssen schauen, dass unsere Systeme nicht völlig überlastet werden. Vor allem im Schulbereich sind wir an der Kippe, der Sozialbereich explodiert.“

Während Bund und Land versuchen durch restriktive Maßnahmen eine Verbesserung zu erreichen, arbeitet die Stadt Graz unter Kahr in die entgegen gesetzte Richtung. Es werden immer mehr Pull Faktoren im Sozialbereich geschaffen.

Graz als Magnet für Sozialhilfebezieher

Das sieht man vor allem im Sozialen: Graz ist ein Magnet für Sozialhilfebezieher. Die Landeshauptstadt übernimmt inzwischen rund 61,5% (9.394 von 15.282) der gesamten Sozialunterstützung der Steiermark und das obwohl nur rund ein Viertel der Steirerinnen und Steirer in Graz wohnen. Auch der Vergleich mit Graz Umgebung ist besorgniserregend: Graz hat doppelt so viele Einwohner, allerdings 17 Mal so viele Bezieher von Sozialunterstützung. Der massive Anstieg lässt sich auch bei den freiwilligen Leistungen der Stadt Graz gut beobachten. Die Anzahl der SozialCard-Bezieher ist von 2021 mit 13.631 Bezieher auf 15.241 Bezieher im Jahr 2023 angestiegen.