Gemeinderatsitzungen ab jetzt auch für Hörbeeinträchtigte und Gehörlose erlebbar

Hartnäckigkeit zahlt sich aus:

Gemeinderatsitzungen ab jetzt auch für Hörbeeinträchtigte und Gehörlose erlebbar sowie Unterausschuss für Inklusion gefordert

 Insgesamt vier Initiativen in vier Jahren setzte VP- Gemeinderätin Conny Leban-Ibrakovic, um Gemeinderatsitzungen auch für Hörbeeinträchtigte und Gehörlose Menschen zugängig zu machen.

Am 15.12.2022, 19.10.2023, 14.11.2024 und 12.12.2024 wurden zwei Anträge, ein Zusatzantrag sowie eine Frage eingebracht, um künftig Gemeinderatsitzungen barrierefreier zu gestalten.

Seit mittlerweile vier Jahren versuche ich unermüdlich viele Verbesserungen im Bereich der Barrierefreiheit anzuregen und umzusetzen. Endlich gibt es die lang ersehnte Untertitelung der Gemeinderatsitzungen“, freut sich Leban-Ibrakovic.

Und dies zurecht. Denn in einer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft ist es entscheidend, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen, Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und politischen Prozessen haben. Gehörlose und Menschen mit Hörbeeinträchtigung sind entweder auf Gebärdendolmetscher:innen, mindestens jedoch auf eine Untertitelung angewiesen, um an wichtigen administrativen und politischen Entscheidungen teilzunehmen und ihre Rechte wahrzunehmen.

Mit der Jänner Gemeinderatsitzung 2025 wurde die Live Stream Übertragungen mit Untertitelung auf youtube umgestellt. Der link ist abrufbar auf graz.at sowie bei den Partner Ausspielungen auf kleine.at, krone.at, grazer.at, woche.at, standart.at sowie soundportal.at. Die jeweilige Gemeinderatsitzung ist für sieben Tage indexiert und mit einer durchgehenden Schriftdolmetsch-Dokumentation (ein- und ausblendbar in Form von Untertiteln) bei steuerbarer Wiedergabegeschwindigkeit aller Wortmeldung abrufbar. Zur einfachen Auffindbarkeit einzelner Themen ist eine Navigation über Kapitel in möglich.

„Inklusion betrifft alle und wirkt auch für alle. Wir werden deshalb weiterhin hartnäckig bleiben und konsequent unsere Ziele der Inklusionsstrategie der Stadt Graz weiterverfolgen. Inklusion, also die Teilhabe aller Menschen an unserem gesellschaftlichen Leben, muss immer mitgedacht werden“, so Inklusionsstadtrat Kurt Hohensinner, selbst ausgebildeter Behindertenpädagoge.

Daher wurde auch ein weiterer Antrag für mehr politische Teilhabe und Inklusion im Gemeinderat eingebracht. Nämlich die Einrichtung eines eigenen Unterausschusses für Inklusion. Denn gerade im Gemeinderat ist oftmals zu erleben, dass viele Initiativen nicht bekannt sind, da beispielswiese nur eine Abteilung mit der Umsetzung von Inklusionsprojekten betraut ist. Oder zahlreiche gute Vorschläge eingebracht werden, die dann leider auf Grund der fehlenden finanziellen Bedeckung nicht umgesetzt werden können.  Damit alle Fraktionen im Gemeinderat auch regelmäßig und ausführlich die Gelegenheit haben, über die Fortschritte im Bereich Inklusion auf städtischer Ebene informiert zu werden, wäre ein quartalsmäßig tagendes Gremium sinnvoll und nachhaltig. Ob es zu einer Umsetzung dieses Ausschusses kommt, hängt nun von der Kahr-Schwentner-Kampus-Koalition ab.