Die Stadt Graz gerät immer mehr in Schieflage. Besonders deutlich wird das beim Thema Innenstadt. Mit Verkehrschaos, Kundenschwund und Leerstand wird diese immer mehr zum Sorgenkind. Beim „Graz Gespräch“ der Grazer Volkspartei wurde über Zukunftslösungen diskutiert.
„Die Innenstadt ist das Herz unserer Stadt“, eröffnete Stadtrat Kurt Hohensinner den Abend, „Wenn man bei einem Herzen die Arterien durchtrennt, dann hört dieses langsam zu schlagen auf. Genau das passiert derzeit leider in Graz.“ Eine Kritik, die der internationale Handelsexperte Martin Berghofer (BBE) aufnimmt: „Der Handel ist kurz vor der Intensivstation. In Graz müssen wir ganz besonders auf die Innenstadt schauen.“ Neben Branchenmix und Atmosphäre ist für ihn vor allem die Mobilität entscheidend. „Autoeinkäufer kaufen um 30 Prozent mehr ein, als Nutzer der Öffis. Graz braucht die Einkäufer aus dem Umland.“ Besonders kritisch sieht Berghofer die Frequenzzahlen des letzten Jahres: „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir hier eine Million Besucher verloren. Als Politik würde ich da schlaflose Nächte haben.“
Parkleitsystem und Aufwertung des Citymanagements gefordert
Das bestätigt auch Innenstadtkauffrau Ulrike Gugel: „Rund ein Drittel meiner Kunden kommt nicht aus Graz. Natürlich kommen diese mit dem Auto. Seit 2023 sind mir viele leider verloren gegangen.“ Sie plädiert für einen Politikwechsel im Verkehr: „Auf ältere Menschen wird völlig vergessen. Und wir Geschäftstreibende und Anrainer werden überhaupt nicht eingebunden, sondern am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt.“
Wirtschaftsstadtrat Günter Riegler kämpft seit Jahren für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen: „Besonders wichtig wären ein Parkleitsystem und die Aufwertung des Citymanagements. Von der Kahr-Schwentner-Koalition gibt es aber kein Geld dafür. Der Leerstand steigt. Hoffentlich ist das jetzt endlich ein Weckruf! Eine Bürgermeisterin ist die oberste Citymanagerin. Ihre wirtschaftsfeindliche Politik setzt Existenzen aufs Spiel und gefährdet tausende Arbeitsplätze.“
Innenstadt nicht kaputt machen lassen
Die Wichtigkeit der City betonte auch Neo-Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer: „Die Innenstadt ist die Visitenkarte der Stadt. Man darf sich jetzt nicht kaputt machen lassen, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde.“