Mit der Koralmbahn neue Impulse für Bahnhof und Annenstraße statt Einzwecklösungen
Die Annenpassage ist eine private Immobilie an einem hochfrequentierten innerstädtischen Standort. Gerade dort braucht Graz Projekte, die Menschen anziehen, Wertschöpfung erzeugen und das Umfeld nachhaltig beleben. Mit der Koralmbahn gewinnt der Hauptbahnhof zusätzlich an Bedeutung. Ziel muss es sein, diesen Bereich bewusst zu beleben und Impulse für die Annenstraße zu setzen. Eine Reduktion auf eine Fahrradgarage wird diesem Potenzial nicht gerecht.
Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner: „Mit der Koralmbahn entsteht eine große Chance für den gesamten Bahnhofsbereich. An so einem Standort braucht es Angebote, die Menschen anziehen und den Stadtteil beleben – Veranstaltungen, Arbeit, Genuss und Begegnung statt Durchzug und Abstellflächen.“
Gefragt sind Nutzungskonzepte, die tatsächlich Frequenz schaffen: etwa eine flexible Eventlocation, moderne Arbeits- und Begegnungsräume, eine Food- und Genusszone oder hybride Modelle aus Kultur, Dienstleistung und urbanem Angebot. Solche Nutzungen bringen Leben in den Stadtteil, stärken Betriebe und erhöhen die Aufenthaltsqualität.
Die Stadt ist hier nicht Regulator, sondern Partner. Erfolgreiche Stadtentwicklung entsteht dort, wo Eigentümer, Wirtschaft und öffentliche Hand gemeinsam tragfähige, wirtschaftlich attraktive Lösungen entwickeln. Garagen und Abstellflächen machen dort Sinn, wo sie einen klaren Mehrwert für die Stadtentwicklung stiften. Eine reine Auspendler-Garage am Hauptbahnhof, bei der Menschen lediglich auf die Bahn umsteigen, schafft keine Belebung. Fahrradgaragen müssen dort entstehen, wo sie Frequenz erzeugen und zur Belebung der Innenstadt beitragen.
Bernhard Bauer, WK-Obmann Regionalstelle Graz: „Wenn wir die Innenstadt stärken wollen, müssen Projekte auch wirtschaftlich funktionieren. Das geht nur mit Nutzung, die Frequenz bringt, Wertschöpfung schafft und Betrieben echte Chancen eröffnet.“
Dieser Anspruch muss auch für andere Projekte gelten, von innerstädtischen Entwicklungsflächen bis hin zu Großvorhaben wie einer Mur-Promenade. Belebung entsteht nicht durch Einzwecklösungen, sondern durch kluge Nutzungsmischung und wirtschaftliche Realität.