Hohensinner: Schluss mit unnötiger Geschlechter-Frage im Kindergarten

Große Aufregung herrscht seit ein paar Tagen unter Grazer Eltern von Kindergartenkindern. Im Büro von Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner treffen immer mehr Beschwerden wegen des Datenformulars ein, das derzeit für die Anmeldung ausgegeben wird. Stein des Anstoßes ist die Frage nach dem Geschlecht, bei dem sechs Möglichkeiten angekreuzt werden können, neben männlich und weiblich, auch divers, offen, inter und keine Angabe.

„Biologisch gibt es zwei Geschlechter. Punkt“, legt sich Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner fest, „jetzt kann man darüber diskutieren, ob es für Erwachsene eine dritte Eintragungsvariante braucht, für die Einzelfälle, die sich keinem der beiden zugehörig fühlen. Aber diese Geschlechterdebatte hat Ausmaße angenommen, die die überwiegende Mehrheit nicht mehr nachvollziehen kann. Vor allem Kinder brauchen einen besonderen Schutz: In Kinderbetreuungseinrichtungen diese unnötige Geschlechtsfrage aufzumachen ist völlig daneben.“

Diese überbordende Regelung fußt auf einem Urteil des Verfassungsgerichtshof aus dem Jahr 2018, Anlassfall war wohlgemerkt der Fall eines Erwachsenen. In weiterer Folge wurde das Personenstandsregister novelliert und mittels Erlass die Behörden aufgefordert dieser Änderung Rechnung zu tragen. Schon im letzten Jahr hat Hohensinner diese Regelung kritisiert. Nach einiger Zeit steht nun auch fest: In Grazer Betreuungseinrichtungen gibt es kein Kind, das ein anderes Geschlecht als männlich oder weiblich angekreuzt hat. „Diese Regelung muss für Kinder zurückgenommen werden“, fordert Hohensinner, „diese Geschlechterfrage in so frühem Alter hat nicht nur praktisch keine Relevanz, sondern ist auch unangebracht.“