Koralmbahn-Vernetzungs-Gipfel im Klagenfurter Rathaus

Wenn die Koralmbahn 2025 in Betrieb geht, wird man mit dem Zug von Graz nach Klagenfurt statt 2 Stunden und 40 Minuten nur noch 45 Minuten brauchen. Durch die neue Hochleistungsstrecke entsteht ein gemeinsamer Wirtschaftsraum, in dem 1,8 Millionen Menschen leben – die so genannte „Area Süd“.

„Das Wort Jahrhundertchance ist keinesfalls zu groß gewählt“, ist der Grazer VP-Chef Stadtrat Kurt Hohensinner überzeugt, „die Koralmbahn wird unser ganzes Denken und Selbstverständnis im Süden Österreichs verändern. Graz und Klagenfurt werden ab Dezember nur noch 45 Bahnminuten voneinander entfernt sein und wachsen dadurch noch enger zusammen – ein Quantensprung.“ Kein Verständnis hat Hohensinner dabei für die Haltung der Kahr-Schwentner-Koalition, durch deren fehlendes Engagement zum Thema Graz nur noch Passagier ist: „Seit mehr als zwei Jahren weisen wir auf die großen Chancen aber auch Herausforderungen hin, die mit der Koralmbahn verbunden sind. Bürgermeisterin Kahr lässt aber jegliche Initiative dazu vermissen. Wie so oft in den letzten Jahren, fehlt der Stadt auch hier die Führung.“

Nachdem alle Hinweise und Aufforderungen nicht gefruchtet haben, hat Hohensinner gemeinsam mit Wirtschaftsstadtrat Günter Riegler im vergangenen Jahr selbst das Heft des Handelns in die Hand genommen und den so wichtigen Kontakt zur Klagenfurter Stadtregierung aufgebaut. Nach einem ersten Termin mit Bürgermeister Christian Scheider, sowie vorbereitenden Sitzungen zwischen den beiden Wirtschaftsstadträten Riegler und Max Habenicht (ÖVP Klagenfurt), fand am Donnerstag (30.01.) auf Initiative von Scheider und Hohensinner ein großes Vernetzungstreffen im Klagenfurter Rathaus statt. Im Fokus standen potentielle Synergien zwischen den Städten, vor allem auch im Bereich der Beteiligungen. Von Grazer Seite war deshalb auch Holding-Vorstand Mark Perz mit dabei.

Teilnehmer aus Klagenfurt:

  • Bgm. Christian Scheider (ehem. Team Kärnten)
  • Wirtschaftsstadtrat Max Habenicht (ÖVP)
  • Beteiligungsstadträtin Constance Mochar (SPÖ)
  • DI Erwin Smole, Stadtwerke Vorstand
  • Harald Kogler, Präsident der Kärntner Messen
  • Dr. Bernhard Erler, Geschäftsführer der Kärntner Messen
  • Isabella Jandl, Magistratsdirektorin
  • Andreas Fritz, Wirtschaftskoordinator

 

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es jetzt ein schnelles gemeinsames Vorgehen in Richtung der ÖBB und der Bundesregierung braucht, um die neue Chance Koralmbahn auch mit einem entsprechenden Ticketing auszustatten. Idee wäre etwa ein Klimaticket Plus, wo man zum jeweiligen Bundesland-Ticket um z.B. 59 Euro auch die Verbindung in die Partner-Stadt Graz/Klagenfurt dazukaufen kann, oder ein kostengünstiges Tagesticket zwischen den beiden Städten. Darüber hinaus wurde über etwaige Synergien im Bereich von TIM in Klagenfurt gesprochen, sowie Kooperationen im Tourismus (Alpe-Adria-Radroute, Advent oder „Kultur trifft See“). Auch wurde angedacht die Kommunikationsverantwortlichen der beiden Städte noch stärker zu vernetzen, um ab Herbst das Bewusstsein für die neu gewonnenen Möglichkeiten zwischen den beiden Städten zu verstärken. Was klar ist, ab Dezember beginnt für das Zusammenspiel von Graz und Klagenfurt eine neue Zeitrechnung…