Messe ohne Plan: Kritik an KPÖ-Kurs

Die Zukunft der Messe Graz sorgt weiter für Diskussionen. Die zuletzt präsentierte Strategie und der dazugehörige Business Plan werfen aus Sicht der Grazer Volkspartei mehr Fragen auf, als sie beantworten. Kritisiert werden fehlende wirtschaftliche Grundlagen, offene Finanzierungsfragen und mögliche Wettbewerbsverzerrungen.

Die Messe Graz zählt zu den wichtigsten Impulsgebern der Stadt. Sie bringt Gäste nach Graz, stärkt Tourismus, Gastronomie und Handel und sichert Arbeitsplätze. Umso wichtiger wäre eine klare wirtschaftliche Strategie. Doch genau daran fehlt es derzeit. VP-Gemeinderat Stefan Stücklschweiger sieht viele offene Punkte: „Seit Monaten wird ein großer Businessplan angekündigt. Was nun vorliegt, wirkt wie eine Sammlung von Absichtserklärungen. Zentrale Fragen zur Finanzierung, zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zur Rolle des Landes bleiben unbeantwortet.“

Fragwürdige Strategie und kühne Ansagen

Auch einzelne Vorhaben sorgen für Kritik. So soll die Messe künftig selbst in den Verleih von Veranstaltungstechnik einsteigen. „Hier würde eine städtische Gesellschaft mit Steuergeld in einen Markt eintreten, in dem bereits zahlreiche private Anbieter tätig sind. Das verzerrt den Wettbewerb“, so Stücklschweiger. Kritik gibt es auch an der geplanten neuen Steiermark-Halle um rund 25 Millionen Euro. Laut Businessplan soll sie vom Land Steiermark finanziert werden,  obwohl es dazu bisher keine substantiellen Gespräche mit den Landesverantwortlichen gegeben hat.

Für Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner steht außer Frage, dass die Messe für Graz eine wichtige Rolle spielt. Gerade deshalb brauche es klare Entscheidungen und stärkeres politisches Engagement. „Ich vermisse ein klares politisches Commitment. Bürgermeisterin Kahr und Finanzstadtrat Eber behandeln die Messe seit Jahren stiefmütterlich.“