Grazer Volkspartei fordert modernes Baustellenmanagement statt Verkehrschaos
Staus, Umleitungen, Sperren und hunderte gleichzeitige Baustellen prägen zunehmend den Alltag vieler Grazerinnen und Grazer. Für die Grazer Volkspartei ist klar: Nicht die einzelne Baustelle ist das Problem – sondern das fehlende Management dahinter.
Zeitweise gab es im vergangenen Jahr rund 570 Baustellen gleichzeitig im Stadtgebiet, dazu jährlich insgesamt rund 5.000 Baustellen und Grabungen. Gleichzeitig verbringen Grazerinnen und Grazer mittlerweile rund 104 Stunden pro Jahr im Stau. Mit rund 350 Signalanlagen weist Graz zudem die höchste Ampeldichte unter den österreichischen Landeshauptstädten auf.
„Immer mehr Menschen haben das Gefühl: In Graz wird zwar überall gebaut, aber kaum koordiniert. Genau dieses Gefühl wollten wir mit dem Titel ‚Ganz Graz ist Baustelle‘ bewusst aufgreifen“, erklärt VP-Geschäftsführer Gemeinderat Markus Huber.
Baustellen dauern immer länger
Für zusätzliche Belastung sorgen aus Sicht der Volkspartei auch immer längere Bauzeiten bei Großprojekten. Die Neutorlinie hat die Innenstadt über rund drei Jahre massiv belastet. Mit dem Ausbau der Linie 1 Richtung Mariatrost läuft bereits die nächste mehrjährige Großbaustelle.
„Die Menschen haben Verständnis für notwendige Baustellen. Aber nicht für Dauerzustände. Viele Grazer haben mittlerweile das Gefühl: Die Stadt wird gleichzeitig aufgerissen – ohne Koordination und ohne Plan. Dazu kommen fragwürdige Verkehrslösungen, wie die jetzige Ampelsituation in Mariatrost. Alles sind überzeugt: Das muss besser gehen“, so Stadtrat Kurt Hohensinner.
Besonders kritisch sieht die Volkspartei dabei mangelnde Abstimmung und fehlende Kommunikation mit Anrainern, Betrieben und Pendlern.
Fehlende Koordination sorgt für Frust
Hohensinner und Huber verweisen auf mehrere konkrete Beispiele aus den vergangenen Jahren, bei denen Straßen mehrfach geöffnet oder wichtige Verkehrsachsen gleichzeitig eingeschränkt wurden. So etwa 2024 und 2025 als die Zufahrt zum LKH massiv eingeschränkt wurde.
„Wer dieselbe Straße innerhalb kürzester Zeit mehrmals aufgräbt, zeigt vor allem eines: Dass die Gesamtkoordination nicht funktioniert. Das belastet Pendler, Familien, Betriebe und letztlich den gesamten Wirtschaftsstandort Graz“, erklärt Huber.
Gerade für die Innenstadt und den Wirtschaftsstandort sei Erreichbarkeit ein entscheidender Faktor.
„Erreichbarkeit ist kein Nebenthema. Erreichbarkeit ist ein wichtiger Standortfaktor. Gute Politik muss Probleme lösen und den Menschen das Leben leichter machen, nicht schwerer“, betont Hohensinner.
Graz braucht modernes Baustellenmanagement
Bereits vor über einem Jahr hat die Grazer Volkspartei im Gemeinderat ein modernes Baustellenmanagement und bessere Baustellenkoordination eingefordert. Passiert ist seither praktisch nichts.
Die Volkspartei verweist dabei auch auf internationale Beispiele wie Hamburg. Dort wird mit dem digitalen Baustellen-Koordinierungssystem „ROADS“ gearbeitet, das Verkehrsströme, Baustellen und Umleitungen zentral miteinander abstimmt.
„Andere Städte zeigen längst, dass es besser geht. Eine moderne Stadtverwaltung kann Baustellen nicht mehr organisieren wie vor 20 Jahren. Es geht nicht mehr darum einfach alle Baustellen zu sammeln, sondern um intelligente Systeme, die auch die Verkehrsströme mitdenken“, so Hohensinner.
Teil eines größeren Mobilitätskonzepts
Für die Grazer Volkspartei ist Baustellenkoordination Teil eines umfassenden Mobilitätskonzepts für Graz. Dazu zählen unter anderem:
- intelligente Ampelsteuerung mit KI-Unterstützung
- Park & Ride an den Stadträndern
- Bessere Öffis und Erschließung von wichtigen Nahverkehrsknoten
- Tiefgaragenring und ein modernes Parkleitsystem
- leistungsfähige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen
- bessere Baustellenkoordination
- mehr Vernetzung statt ideologischer Einzelmaßnahmen
Hohensinner: „Baustellen sind notwendig. Verkehrschaos ist es nicht.“
„Uns geht es nicht um Ideologie. Uns geht es um vernünftige Lösungen und darum, dass Graz trotz notwendiger Baustellen als Stadt funktioniert“, erklärt Hohensinner.
Abschließend kündigt die Volkspartei an, das Thema erneut mit einem dringlichen Antrag im Gemeinderat aufzugreifen.
„Graz braucht wieder eine Verkehrspolitik der Vernunft. Baustellen sind notwendig. Verkehrschaos ist es nicht“, so Hohensinner abschließend.