Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner kritisiert die heutige Ankündigung von Bürgermeisterin Kahr und Finanzstadtrat Eber, bereits vorbereitete Schulbauprojekte kurzfristig zu stoppen: „Unter kommunistischer Führung ist in Graz jede Planbarkeit verloren gegangen. Da werden monatelang Projekte geplant, beschlossen und für die Umsetzung vorbereitet– und dann kurz vor dem Baustart einfach abgesagt. Das ist kein verantwortungsvolles Regieren, das ist Chaos.“
Für Hohensinner ist klar: „Alle Kommunen müssen sparen. Aber ich sage: Nicht auf dem Rücken von Kindern. Graz hat ein Budgetproblem, vor allem aber ein massives Prioritätenproblem. Einmal mehr wird an der falschen Stelle gespart, unsere Kinder sind Zukunft, kein Kostenfaktor. Es kann doch nicht sein, dass Schulbauten abgesagt werden, während weiter grüne Prestigeprojekte, wie in der Kaiserfeldgasse oder Laimburggasse umgesetzt werden.“
Besonders kritisch sieht er die zeitliche Dimension: „Eine spätere Beschlussfassung im Herbst ist bei Schulprojekten unmöglich. Der Baustart wäre im Sommer gewesen. Jetzt verlieren wir bei allen Projekten mindestens ein Jahr. Das bedeutet massive Konsequenzen für Schüler, Eltern und den Bildungsstandort Graz.“
Konkrete Folgen von bereits beschlossenen Provisorien bis Mittelschul-Engpass
Konkrete Beispiele zeigen laut Hohensinner die Tragweite: „Beim Umbau MS Albert Schweitzer/VS Bertha von Suttner wurde bereits ein Provisorium einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Wenn jetzt nicht gebaut wird, bedeutet das verlorene Aufwände und Mehrkosten aufgrund der Verschiebung. Beides ist ein Schildbürgerstreich auf Kosten der Steuerzahler.“
Auch beim Standort Algersdorf sieht Hohensinner eine gravierende Fehlentscheidung: „Dort hätte der Ausbau der Volksschule Synergien mit dem Bau der Mittelschule gebracht, der bereits auf Schiene ist: Einmalige Baustelleneinrichtung, abgestimmte Abläufe, geringere Kosten. Diese Chance ist jetzt verspielt. Statt Einsparungen produziert die Koalition Mehrkosten.“
Hinzu komme der steigende Baukostenindex: „Jede Verschiebung macht die Projekte automatisch teurer. Wer heute stoppt, zahlt morgen drauf.“
Besonders alarmierend sieht Hohensinner die Situation bei den Mittelschulen: „Schon jetzt haben wir einen Engpass bei Mittelschulplätzen in Graz. Es geht sich nur mehr knapp aus, alle Kinder zu versorgen. Zwei große Ausbauprojekte hätten genau hier angesetzt. Jede Verzögerung kann dazu führen, dass wir künftig nicht mehr ausreichend Plätze anbieten können.“