Die Ruine Gösting zählt zu den schönsten Aussichtspunkten und Naherholungsgebieten unserer Stadt. Generationen von Grazerinnen und Grazern verbinden mit der Burg Wanderungen, Ausflüge und einen einzigartigen Blick über Graz. Umso unverständlicher ist es, dass die Kahr-Schwentner-Koalition in den vergangenen fünf Jahren keine tragfähige Lösung für die Zukunft der Ruine zustande gebracht hat. Statt die Burg für die Bevölkerung zu sichern, den Zugang zu verbessern und gemeinsam mit den Eigentümern an einer langfristigen Perspektive zu arbeiten, herrschten Stillstand, Streit und politische Fehlentscheidungen.
Nun droht der nächste finanzielle Scherbenhaufen. Medienberichten zufolge steht eine Schadenersatzforderung von rund 900.000 Euro im Raum. Besonders bemerkenswert: Die Kündigung des Bestandsvertrages wurde 2023 gegen die Stimmen der ÖVP beschlossen. Die Grazer Volkspartei hatte damals gefordert, die Verhandlungen mit den Eigentümern fortzusetzen, statt vorschnell zu kündigen. Noch brisanter ist, dass im damaligen Stadtsenatsstück ausdrücklich festgehalten wurde, dass mit Forderungen der Bestandsgeber zu rechnen sein wird. Die Koalition wusste also offenbar, dass finanzielle Konsequenzen drohen könnten. Umso mehr stellt sich heute die Frage, warum dieses Risiko eingegangen wurde. Ebenso offen bleibt, warum keine Nachverhandlungen geführt wurden, und weshalb ein später bekannt gewordenes Kaufangebot nicht weiterverfolgt wurde.
Der Fall Ruine Gösting reiht sich nahtlos in eine Serie von Fehlentscheidungen dieser Koalition ein. Ob Josef-Huber-Gasse, Murpark-Park-and-Ride, Remise oder zahlreiche andere Projekte – immer öfter entsteht der Eindruck, dass grundlegende Fragen des Projekt- und Vertragsmanagements nicht beherrscht werden. Die Grazerinnen und Grazer haben Anspruch auf eine Koalition, die Probleme löst, statt neue zu schaffen.
Markus Huber, Geschäftsführer der Grazer Volkspartei: „Fünf Jahre lang hat diese Koalition keine Lösung für die Ruine Gösting zustande gebracht. Statt die Burg für die Grazerinnen und Grazer zu sichern, drohen nun auch noch Kosten von bis zu 900.000 Euro. Für uns ist klar: Die Ruine Gösting ist ein historisches Wahrzeichen und ein einzigartiges Naherholungsgebiet. Sie muss erhalten, für die Bevölkerung geöffnet und als Ort für Familien und Erholung langfristig abgesichert werden. Dafür braucht es endlich Verhandlungen mit den Eigentümern statt weiterer Fehlentscheidungen auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“